Auch in diesem Jahr hatten wir ein tolles TRAIN Omics Retreat 2026 im Kloster Drübeck!
Am 3. und 4. März 2026 kamen Forschende und Expertinnen und Experten aus ganz Niedersachsen zum 3. TRAIN Omics Retreat im Kloster Drübeck zusammen. Unter dem Motto “Towards High-End Omics: Latest Technologies, AI & Shared Infrastructure” stand der intensive Austausch über neue Technologien, Datenanalyse und gemeinsame Forschungsinfrastrukturen im Mittelpunkt.
Den Auftakt des Retreats bildete ein strategisches Update zur Entwicklung von TRAIN Omics durch Dr. Sara Haag von der Hannover Unified Biobank. Dabei wurde deutlich: Der Aufbau nachhaltiger und vernetzter Omics-Infrastrukturen bleibt ein zentraler Baustein für die biomedizinische Forschung der Zukunft.

Ein Schwerpunkt des ersten Tages lag auf dem geplanten Projekt ExTENd (Expertise & Technology Exchange Niedersachsen), das als zentrale digitale Plattform den Austausch von Technologien, Expertise und Infrastruktur innerhalb Niedersachsens stärken soll. In einer gemeinsamen Diskussion mit Vertreterinnen und Vertretern der TRAIN-Standorte aus Hannover, Göttingen und Braunschweig wurde deutlich, wie wichtig koordinierte Infrastrukturen sind, um hochkomplexe Omics-Technologien effizient zugänglich zu machen.
Im Anschluss präsentierten führende Forschende aktuelle Entwicklungen aus den zentralen Omics-Disziplinen. Dr. Ahmed Hassan (Medizinische Hochschule Hannover) stellte neue High-End-Technologien im Bereich der Genomik vor, während Dr. Christof Lenz (Universitätsmedizin Göttingen / Max-Planck-Institut für Multidisziplinäre Naturwissenschaften) Einblicke in moderne Ansätze der Proteomik gab. Ergänzt wurde das Programm durch einen Vortrag von Prof. Dr. Karsten Hiller (TU Braunschweig), der aktuelle Fortschritte und Anwendungen in der Metabolomik vorstellte und damit die Vielfalt moderner Omics-Methoden unterstrich.
Zudem stellten Dr. Nils Marsch und Dr. Elie Fux von Roche Diagnostics Deutschland GmbH das Gerät cobas Mass Spec als optimierte Komplettlösung in der Massenspektrometrie sowie die Forschung von Roche im Bereich Standardisierung vor.
Ein besonderer Moment des Retreats war der Wechsel im TRAIN-Management: Prof. Dr. Ulrich Kalinke übergab die Leitung offiziell an Dr. Sara Haag. Dieser Übergang markiert einen wichtigen Schritt für die zukünftige Weiterentwicklung des Netzwerks und seine Rolle als Plattform für den Austausch der lebenswissenschaftlichen Forschungseinrichtungen in Niedersachsen.
Der zweite Veranstaltungstag richtete den Blick über klassische Omics-Ansätze hinaus – hin zu neuen Probenmodellen und datengetriebenen Methoden. Dr. Kristin Metzdorf (Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung) zeigte, wie automatisierte Organoid-Systeme mithilfe von Robotik die Reproduzierbarkeit experimenteller Forschung erhöhen können. Prof. Dr. Yang Li (Center for Individualised Infection Medicine) stellte anschließend KI-basierte Big-Data-Ansätze vor, die neue Einblicke in Immunalterung und Infektionsprozesse ermöglichen. Die Sitzung endete mit einem Beitrag von Prof. Dr. Gavin O’Connor und Prof. Dr. Thomas Naake (Physikalisch-Technische Bundesanstalt, PTB), die über die neuesten Entwicklungen in der quantitativen Metabolomik auf dem Weg zur klinischen Diagnostik sowie über die Rolle der KI in diesem Prozess berichteten.

Zum Abschluss diskutierten die Teilnehmenden gemeinsam die Frage, welche wissenschaftlichen, technologischen und infrastrukturellen Voraussetzungen künftig notwendig sind, um High-End-Omics-Forschung in Niedersachsen weiter zu stärken. Der offene Austausch zeigte eindrucksvoll, wie wertvoll interdisziplinäre Vernetzung und gemeinsame Infrastruktur für den wissenschaftlichen Fortschritt sind.
Als besonderes Highlight des TRAIN Omics Retreats wird eine Führung durch den Ort Drübeck in Erinnerung bleiben, die mit einem musikalischen Beitrag in der Klosterkirche endete. Hierfür danken wir der Tourist-Information Ilsenburg sehr herzlich.
Wir bedanken uns zudem bei allen Vortragenden und Teilnehmenden für zwei inspirierende Tage voller wissenschaftlicher Impulse, intensiver Diskussionen und neuer Perspektiven für die Omics-Forschung.


