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Die Digitalisierung und Fortschritte in der Datenwissenschaft einschließlich der Künstlichen Intelligenz (KI), die alle Bereiche des Lebens beeinflussen und verändern, wirken sich insbesondere auf die Lebenswissenschaften und die gesundheitsbezogenen Wissenschaften aus. So werden z.B. bereits heute in der Routine große Datensätze für jeden einzelnen Patienten gesammelt und systematisch erfasst, und in den kommenden Jahren ist mit einer weiteren Zunahme der Komplexität durch den immer stärkeren Einsatz sowohl molekularer als auch bildgebender Diagnostik zu rechnen. Der Grad der Auflösung - bereits auf Einzelzellniveau - wird in allen Disziplinen der Lebenswissenschaften weiter steigen und die Notwendigkeit, riesige Datensätze wie Phänom, Genom und Exposom inkl. kontinuierlich gemessener Gesundheitsdaten wie Herzschlag oder Aktivitätsmessungen von Wearables zu verarbeiten und zu kombinieren, wird zunehmen. Die Verarbeitung und Analyse solch komplexer Daten ist eine der größten Herausforderungen für die Biowissenschaften und insbesondere für die gesundheitsbezogenen Wissenschaften. Es gibt jedoch nur wenige Experten, und die Anwendung ist eher begrenzt und durch das wissenschaftliche Umfeld eingeschränkt, was die vollständige Nutzung der vorhandenen und erwarteten Daten behindert. 

Als Teil der Akademie der Translationsallianz Niedersachsen (TRAIN), welche verschiedene regionale Partner aus der translationalen Forschung integriert, wurde daher das Konzept eines hochschulübergreifenden PhD Programms unter Einbeziehung außeruniversitärer Einrichtungen entwickelt, um die Kombination verschiedener wissenschaftlicher und technologischer Disziplinen zu ermöglichen, welche für die biomedizinische Datenwissenschaft relevant sind. Die Einrichtung des gemeinsamen Programms “BIOMEdical DAta Science (BIOMEDAS)” erfolgt zum WIntersemester 2020 mit der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) als federführender Einrichtung und der Integration des Programms in die Hannover Biomedical Research School (HBRS).

BIOMEDAS richtet sich an Studierende, die daran interessiert sind, disziplinäres Wissen mit den Kompetenzen eines Datenwissenschaftlers zu verbinden und an der Schnittstelle von Bioinformatik, Medizininformatik, Datenbanken, Data Minin, maschinellem Lernen, angewandter Mathematik, biomedizinischer Modellierung und Analyse komplexer Netzwerke zu arbeiten. Gemeinsame datenwissenschaftliche Projekte zwischen den verschiedenen Partnern werden in verschiedenen Bereichen weiterentwickelt, was zahlreiche Möglichkeiten für den interdisziplinären Austausch eröffnet. Dabei werden insbesondere Projekte in den Bereichen "Ausschöpfung des Potenzials verfügbarer biomedizinischer und klinischer Datenquellen", "Nutzung biomedizinischer Daten zur Realisierung einer personalisierten Medizin", "Verständnis von Pathomechanismen durch biomathematische Modellierung" und "Einsatz künstlicher Intelligenz zur Entwicklung maßgeschneiderter Diagnose- und Behandlungsstrategien" durch die BIOMEDAS Studenten bearbeitet. 

Das Ausbildungsprogramm wendet ein kollaboratives Ausbildungsprinzip an, an dem Betreuer der verschiedenen Partnern beteiligt sind. Jährliche Treffen mit dem Dissertationsberatungsausschuss und eine Kombination aus einem Kernforschungsprojekt und individuellen Lehrveranstaltungen bilden die Grundlage des Ausbildungsprogramms. 

Kontakt

Carolina Skowronek
BIOMEDAS Management, Translationsallianz Niedersachsen (TRAIN)

Telefon:
0511 220027 191

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