Künstliche Intelligenz ist mittlerweile zu einem Standardwerkzeug in der Forschung geworden und unterstützt alle Bereiche, von Literaturrecherchen über Datenanalysen bis hin zur Textgenerierung. Gleichzeitig wirft ihr Einsatz wichtige rechtliche Fragen auf, die oft übersehen werden.
In unserer TRAIN Academy Keynote Lecture verhalf uns Professor Fabian Schmieder von der Hochschule Hannover zu einem besseren Verständnis der rechtlichen Auswirkungen des Einsatzes von KI.

Hier sind einige wichtige Erkenntnisse aus dem Vortrag:
🔍 Forscher gelten in der Regel als Nutzer, nicht als Anbieter.
Diese Unterscheidung verringert die regulatorischen Verpflichtungen bei der Nutzung etablierter KI-Tools wie ChatGPT oder ähnlicher Systeme erheblich.
🔐 Der Datenschutz bleibt ein zentrales Thema.
Pseudonymisierte Daten gelten nach der DSGVO weiterhin als personenbezogene Daten, wenn eine Re-Identifizierung möglich ist. Insbesondere sensible Daten (z. B. Gesundheitsdaten) erfordern eine klare Rechtsgrundlage und zusätzliche Schutzmaßnahmen.
📚 Das Urheberrecht unterscheidet zwischen Input und Output.
Die Verwendung von urheberrechtlich geschütztem Material als Input kann unter bestimmten Bedingungen zulässig sein, insbesondere wenn es nur vorübergehend verarbeitet und nicht zum Trainieren verwendet wird.
Gleichzeitig fallen KI-generierte Outputs im Allgemeinen nicht unter den Urheberrechtsschutz, es sei denn, es liegt ein ausreichender menschlicher kreativer Beitrag vor.
⚖️ Das EU-KI-Gesetz führt einen risikobasierten Rahmen ein.
Viele Forschungsanwendungen fallen in Kategorien mit geringerem Risiko. Bestimmte Praktiken – wie die Emotionserkennung am Arbeitsplatz oder im Bildungsbereich – sind jedoch ausdrücklich verboten, auch im Forschungskontext.
🧠 Die menschliche Verantwortung bleibt unerlässlich.
Von Forschern wird erwartet, dass sie KI-generierte Ergebnisse überprüfen und validieren. Die Haftung ist weiterhin an die menschliche Aufsicht geknüpft, insbesondere in Szenarien mit hohen Auswirkungen.

Unser Fazit:
Das rechtliche Umfeld für den Einsatz von KI in der Forschung ist komplex, aber dennoch überschaubar. Die Einhaltung der Vorschriften erfordert in erster Linie die Kenntnis der Datenschutzbestimmungen, die Berücksichtigung von Aspekten des geistigen Eigentums sowie der durch den EU-AI Act gesetzten Grenzen.

Vielen Dank, Prof. Schmieder, und vielen Dank an alle, die teilgenommen und Fragen gestellt haben, auch beim Getränkeempfang nach dem Vortrag. Genau so haben wir uns den Austausch zu dem Thema vorgestellt.

